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Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH Marburg-Lahn

Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH Marburg-Lahn

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Pilgrimstein 17, 35037 Marburg, Deutschland
Immobilienbüro
7.2 (149 Bewertungen)

Die Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH Marburg-Lahn, besser bekannt als Gewobau, ist eine zentrale Figur auf dem Immobilienmarkt der Universitätsstadt Marburg. Mit Sitz am Pilgrimstein 17 agiert das Unternehmen nicht als klassischer Immobilienmakler, sondern als kommunale Wohnungsbaugesellschaft, deren Hauptziel die Bereitstellung von sicherem und sozial verantwortbarem Wohnraum ist. Gegründet im Jahr 1950, um der Wohnungsnot nach dem Krieg zu begegnen, verwaltet die Gewobau heute einen Bestand von rund 2.750 Wohnungen und spielt eine entscheidende Rolle bei der Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit bezahlbarem Wohnraum. Doch das Bild, das Mieter und Interessenten von der Gesellschaft zeichnen, ist von starken Kontrasten geprägt und verdient eine differenzierte Betrachtung.

Langfristige Zufriedenheit und prompter Service als Stärke

Ein wesentlicher Pluspunkt, der für die Gewobau spricht, ist die offensichtlich hohe Zufriedenheit vieler langjähriger Mieter. Berichte von Mietverhältnissen, die über 23 oder sogar 30 Jahre andauern, zeugen von einer fundamentalen Stabilität und Verlässlichkeit. Mieter heben insbesondere die schnelle Reaktionszeit bei technischen Problemen hervor. Aussagen wie „Es wird sofort reagiert“ und die Einstufung als „Top Vermieter“ deuten auf eine funktionierende Hausverwaltung hin, die sich um die Instandhaltung ihrer Objekte kümmert. Diese Zuverlässigkeit ist ein entscheidender Faktor für jeden, der auf Wohnungssuche ist und ein langfristiges, sorgenfreies Mietverhältnis anstrebt. Auch die Freundlichkeit der Mitarbeiter wird von einigen Mietern positiv erwähnt, was zu einem angenehmen Klima zwischen Vermieter und Mieter beiträgt.

Der gemeinnützige Auftrag der Gewobau manifestiert sich in den Mietpreisen, die oft deutlich unter dem Marktdurchschnitt in Marburg liegen. Während der durchschnittliche Mietpreis in der Stadt bei etwa 12,56 Euro pro Quadratmeter liegt, bietet die Gewobau Wohnungen mit einer Durchschnittsmiete von rund 5,91 Euro pro Quadratmeter an. Einige Wohnungen werden sogar für extrem niedrige Preise vermietet, was die soziale Verantwortung des Unternehmens unterstreicht. Diese Preisgestaltung macht die Gewobau zu einer essenziellen Anlaufstelle für Studierende, Familien, Senioren und Menschen mit geringerem Einkommen. Das Unternehmen investiert zudem in die Modernisierung und den Neubau, mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, wie der Einsatz von Wärmepumpen und der Bau in Holz-Hybrid-Bauweise zeigen.

Gravierende Mängel und umstrittene Unternehmenspolitik in der Kritik

Trotz der vielen positiven Aspekte existiert eine zweite, weitaus kritischere Perspektive auf die Gewobau. Die vorliegenden Bewertungen zeigen, dass die Erfahrungen mit dem Unternehmen stark polarisieren. Einer der schwerwiegendsten Vorwürfe betrifft den Zustand einiger Immobilien. Ein Mieter beklagt massiven Schimmelbefall in seiner Mietwohnung und kritisiert, dass trotz mehrfacher Kontaktaufnahme niemand auf seine Meldungen reagiere. Solche Zustände sind nicht nur gesundheitsschädlich, sondern deuten auch auf erhebliche Mängel in der Instandhaltung und im Beschwerdemanagement hin. Wenn Mieter das Gefühl haben, mit solch dringenden Problemen allein gelassen zu werden, untergräbt dies das Vertrauen in die Hausverwaltung fundamental.

Ein weiterer, wiederholt genannter Kritikpunkt ist die rigide und als unfair empfundene Parkplatzpolitik. Mehrere Mieter und deren Besucher berichten von Problemen mit fehlenden Besucherparkplätzen. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass selbst schwerbehinderten und gehbehinderten Besuchern die Nutzung von Anwohnerparkplätzen verwehrt wird. Gleichzeitig wird behauptet, dass einige Mieter mehrere Fahrzeuge auf den Flächen abstellen dürfen. Diese Ungleichbehandlung sorgt für erheblichen Unmut. Die Situation eskalierte für einen Betroffenen, dessen Fahrzeug abgeschleppt wurde – von einer Stelle, die angeblich nicht als Parkverbot gekennzeichnet war. Die daraus resultierenden Kosten von 380 Euro und der Vorwurf der „Abzocke“ zeichnen ein sehr negatives Bild der Unternehmensführung und ihrer Kundenorientierung.

Was potenzielle Mieter beachten sollten

Für Interessenten, die eine Wohnungssuche in Marburg durchführen und die Gewobau in Betracht ziehen, ergibt sich ein komplexes Bild. Es ist ratsam, sich nicht allein von den günstigen Mietpreisen leiten zu lassen, sondern eine sorgfältige Prüfung vorzunehmen.

  • Objektbesichtigung: Jede potenzielle Mietwohnung sollte äußerst gründlich besichtigt werden. Achten Sie gezielt auf Anzeichen von Feuchtigkeit, Schimmel oder einen allgemeinen Sanierungsstau. Fragen Sie explizit nach dem Zustand des Gebäudes und kürzlich durchgeführten Modernisierungen.
  • Klärung der Rahmenbedingungen: Bevor Sie einen Mietvertrag unterzeichnen, sollten die Rahmenbedingungen des Mietverhältnisses genau geklärt werden. Dies betrifft insbesondere die Parkplatzsituation für Mieter und Besucher. Erkundigen Sie sich nach den genauen Regeln, um spätere kostspielige Überraschungen zu vermeiden.
  • Erreichbarkeit und Service: Die Geschäftszeiten der Gewobau sind auf Dienstag bis Donnerstag beschränkt, mit einer Mittagspause. An Montagen und Freitagen ist das Büro geschlossen. Dies kann für Berufstätige eine Herausforderung darstellen und sollte bei der Planung von Terminen berücksichtigt werden.

Fazit: Ein Vermieter mit zwei Gesichtern

Die Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH Marburg-Lahn ist unbestreitbar ein wichtiger Bauträger und Verwalter, der seiner sozialen Verantwortung durch die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum in Marburg nachkommt. Die hohe Zahl an zufriedenen Langzeitmietern belegt, dass das Unternehmen in vielen Fällen ein verlässlicher Partner ist. Dennoch dürfen die schwerwiegenden Kritikpunkte nicht ignoriert werden. Berichte über Schimmel, mangelnde Kommunikation und eine als schikanös empfundene Parkplatzpolitik zeigen, dass es erhebliche Defizite in bestimmten Bereichen gibt. Die Erfahrungen mit der Gewobau scheinen stark davon abzuhängen, in welchem Objekt man wohnt und mit welchen Mitarbeitern man zu tun hat. Potenzielle Mieter sollten daher eine informierte und kritische Haltung einnehmen, um sicherzustellen, dass ihr zukünftiges Zuhause den erwarteten Standards entspricht.

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