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Baugenossenschaft Wiederaufbau eG Geschäftsstelle Goslar

Baugenossenschaft Wiederaufbau eG Geschäftsstelle Goslar

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Vogelsang 2, 38640 Goslar, Deutschland
Immobilienbüro
8.2 (20 Bewertungen)

Die Baugenossenschaft Wiederaufbau eG ist mit ihrer Geschäftsstelle in Goslar, ansässig im Vogelsang 2, eine feste Größe auf dem lokalen Immobilienmarkt. Als Teil einer der größten Wohnungsbaugenossenschaften Niedersachsens, die bereits 1951 gegründet wurde und einen Bestand von über 9.100 Wohnungen verwaltet, verspricht sie weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Das genossenschaftliche Modell steht für eine dritte Wohnform abseits von Miete und Kauf und ist untrennbar mit den Prinzipien von Sicherheit, Gemeinschaft und sozial verantwortbarer Wohnungsversorgung verbunden. Doch wie sieht die Realität für die Mitglieder in Goslar aus? Die Erfahrungen sind offenbar sehr unterschiedlich und zeichnen ein komplexes Bild aus erstklassigem Service bei der Wohnungssuche und gravierenden Mängeln in der Bestandsbetreuung.

Das genossenschaftliche Versprechen: Sicherheit und Gemeinschaft

Wer Mitglied bei der „Wiederaufbau“ wird, erwirbt Genossenschaftsanteile und erhält im Gegenzug ein lebenslanges Wohnrecht. Dieses grundlegende Prinzip schützt die Bewohner vor Eigenbedarfskündigungen und den Unwägbarkeiten des freien Wohnungsmarktes. Es bietet eine eigentumsähnliche Sicherheit, ohne die finanzielle Last eines Immobilienkaufs. Zudem sind die Mieten, die hier als Nutzungsentgelte bezeichnet werden, in der Regel moderat und stabil, da die Genossenschaft nicht primär gewinnorientiert arbeitet, sondern im Interesse ihrer Mitglieder handelt. Erwirtschaftete Überschüsse fließen direkt wieder in die Instandhaltung und Modernisierung des Wohnungsbestandes. Dieses Modell ist besonders für diejenigen attraktiv, die eine langfristige und sichere Mietwohnung suchen und Wert auf ein stabiles soziales Umfeld legen.

Positive Ersteindrücke: Kompetente Beratung bei der Wohnungssuche

Für potenzielle Neumitglieder scheint der erste Kontakt mit der Geschäftsstelle in Goslar überzeugend zu sein. Berichte von Interessenten heben die Freundlichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter hervor. So wird von einer sehr angenehmen Wohnungsbesichtigung und einer tollen Wohnung berichtet. Ein anderer Kunde lobt das Personal explizit als „super kompetent“ und fähig, auf individuelle Wünsche einzugehen. Diese positiven Erfahrungen im Erstkontakt sind entscheidend für den Ruf einer Hausverwaltung und deuten darauf hin, dass die Genossenschaft bei der Akquise neuer Mitglieder professionell und kundenorientiert agiert. Die angebotenen Wohnimmobilien scheinen auf den ersten Blick ebenfalls zu überzeugen.

Die Kehrseite: massive Kritik bei Sanierungsmaßnahmen

So positiv der erste Eindruck sein mag, so vernichtend fällt die Kritik aus, wenn es um umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen im bewohnten Zustand geht. Hier offenbart sich eine tiefe Kluft zwischen dem Anspruch der Genossenschaft und der erlebten Wirklichkeit einiger Mieter. Die dokumentierten Erfahrungen deuten auf erhebliche Mängel in der Planung, Kommunikation und Ausführung von Modernisierungsprojekten hin.

Ein Albtraum statt Modernisierung

Besonders ein detaillierter Erfahrungsbericht schildert eine monatelange Leidensgeschichte während einer umfassenden Renovierung. Die Wohnung eines Bewohners war über den Sommer bis in den Spätherbst hinein praktisch unbewohnbar, da es keine Küche, keine Spüle und keine Waschmaschinenanschlüsse gab. Eine alternative Unterkunft wurde offenbar nicht angeboten. Die Antwort auf die unzumutbare Situation soll gewesen sein, man müsse da eben durch – eine Aussage, die dem genossenschaftlichen Gedanken des Füreinanders direkt widerspricht.

Die Liste der Baumängel ist lang und besorgniserregend:

  • Heizung und Sanitär: Heizkörper wurden erst montiert, als es bereits empfindlich kalt wurde. Falsch dimensionierte Heizkörper führten dazu, dass die Dusche nicht wie geplant eingebaut werden konnte und die Badezimmertür blockiert wurde.
  • Elektroinstallation: Steckdosen im Bad wurden ohne die vorgeschriebenen Schutzabdeckungen und zu nah an Wasserquellen installiert, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Abdeckungen von Stromdosen blieben über längere Zeit offen.
  • Handwerkliche Ausführung: Wände wurden gestrichen, als der Putz noch feucht war, was zu einem mangelhaften Ergebnis führte. Türen verzogen sich, weil sie monatelang ungenutzt herumstanden. Notwendige Anpassungen, wie etwa eine Kleiderstange in einem Einbauschrank nach Verlegung eines Stromkastens, wurden schlicht ignoriert.
  • Baustellenmanagement: Das gesamte Umfeld der Baustelle wird als chaotisch und gefährlich beschrieben. Scharfkantige Teile lagen in der Nähe eines Kinderspielplatzes herum. Die Koordination der Handwerksfirmen scheint unzureichend gewesen zu sein, und eine Kontrolle des Baufortschritts durch die Genossenschaft fand anscheinend nicht statt.

Diese Schilderungen zeichnen das Bild eines Projekts, bei dem das Wohl der Bewohner komplett aus dem Blick geraten ist. Die mangelnde Kommunikation und das Fehlen eines zentralen Ansprechpartners, der sich der Probleme annimmt, wiegen dabei besonders schwer.

Erreichbarkeit und Service im Alltag

Ein weiterer, wenn auch weniger gravierender Kritikpunkt, sind die Öffnungszeiten der Geschäftsstelle in Goslar. Mit Sprechzeiten nur am Montagnachmittag sowie am Mittwoch- und Donnerstagvormittag (plus Donnerstagnachmittag) ist die persönliche Erreichbarkeit für Berufstätige stark eingeschränkt. In einer Zeit, in der Flexibilität erwartet wird, könnten diese begrenzten Zeiten eine Hürde für eine unkomplizierte Klärung von Anliegen darstellen und den Eindruck einer wenig flexiblen Immobilienverwaltung erwecken.

Fazit: Eine Genossenschaft mit zwei Gesichtern

Die Baugenossenschaft Wiederaufbau eG in Goslar präsentiert sich als eine Organisation mit zwei sehr unterschiedlichen Gesichtern. Auf der einen Seite steht das attraktive genossenschaftliche Modell, das mit Mietstabilität und lebenslangem Wohnrecht wirbt – ein starkes Argument in unsicheren Zeiten auf dem Wohnungsmarkt. Die positiven Erfahrungen bei der Wohnungssuche bestätigen, dass das Unternehmen neue Mitglieder professionell und freundlich empfängt.

Auf der anderen Seite stehen die schockierenden Berichte über die Durchführung von Sanierungen, die ein eklatantes Versagen in Projektmanagement, Kommunikation und Mieterbetreuung offenbaren. Für bestehende Mitglieder, deren Zuhause zur Baustelle wird, verkehrt sich der Traum vom sicheren Wohnen ins Gegenteil. Wer sich für eine Wohnung bei der „Wiederaufbau“ interessiert, sollte daher eine differenzierte Entscheidung treffen. Es ist ratsam, nicht nur den Zustand der gewünschten Immobilie genau zu prüfen, sondern auch proaktiv nach geplanten Modernisierungsmaßnahmen zu fragen. Potenzielle Mieter sollten sich detailliert erläutern lassen, wie die Genossenschaft solche Projekte begleitet, wie die Kommunikation mit den Bewohnern sichergestellt wird und welche Unterstützungsleistungen (z.B. Ersatzunterkünfte) im Falle starker Beeinträchtigungen angeboten werden. Nur so lässt sich abschätzen, ob das Versprechen vom sicheren und sozial verantwortbaren Wohnen auch in der Praxis eingelöst wird.

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