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Berliner Wohnungsgenossenschaft eG Nord Ost 77

Berliner Wohnungsgenossenschaft eG Nord Ost 77

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Lea-Grundig-Straße 26, 12679 Berlin, Deutschland
Immobilienbüro
8.2 (41 Bewertungen)

Die Berliner Wohnungsgenossenschaft eG Nord Ost 77, mit Sitz in der Lea-Grundig-Straße 26 im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, ist ein etablierter Akteur auf dem Berliner Wohnungsmarkt, der sich fundamental von klassischen Immobilienunternehmen unterscheidet. Als Wohnungsgenossenschaft liegt ihr Hauptaugenmerk nicht auf der Gewinnmaximierung, sondern auf der Versorgung ihrer Mitglieder mit sicherem und vor allem bezahlbarem Wohnraum. Dieses Modell bringt spezifische Vor- und Nachteile mit sich, die potenzielle Interessenten sorgfältig abwägen sollten. Die Genossenschaft wurde 1977 gegründet und verwaltet heute über 900 Wohnungen in Marzahn und Hohenschönhausen, die hauptsächlich aus den Plattenbauserien WBS 70 und QP 71 stammen und inzwischen vollständig saniert sind.

Das genossenschaftliche Wohnen: Vorteile und Gemeinschaftsgefühl

Der größte Anreiz für eine Mitgliedschaft bei der Nord Ost 77 ist zweifellos das Versprechen von günstigen Mieten und hoher Wohnsicherheit. Mitglieder erwerben Genossenschaftsanteile und werden dadurch zu Miteigentümern der Immobilien. Dies sichert ihnen in der Regel ein lebenslanges Wohnrecht, was in einem angespannten Markt wie Berlin ein unschätzbarer Vorteil ist. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Mietvertrag sind die Mitglieder vor Eigenbedarfskündigungen und spekulativen Mieterhöhungen weitgehend geschützt. Positive Erfahrungsberichte heben genau diesen Punkt hervor: Ein Mitglied lobt explizit, dass Gelder systematisch reinvestiert werden, um die Mieten stabil und bezahlbar zu halten.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Gemeinschaftsgedanke. Die Genossenschaft betont, dass eine stabile Nachbarschaft die Regel sei, in der man sich gegenseitig hilft. Es gibt einen Mitgliedertreff namens "Club 77", der als sozialer Anlaufpunkt dient. Einige Mieter beschreiben die Verwaltung als freundlich und persönlich, als eine der wenigen, die ihre Mieter ernst nimmt und für sie da ist. In manchen Fällen werden Anliegen unbürokratisch und schnell geklärt, und es wird von einem guten Hausmeister-Service berichtet. Diese Aspekte deuten darauf hin, dass die Hausverwaltung für einen Teil der Mitglieder einen sehr zufriedenstellenden Service bietet.

Kritikpunkte und potenzielle Nachteile

Trotz der positiven Aspekte gibt es erhebliche Kritik, die ein differenziertes Bild zeichnet. Ein wiederkehrendes Thema in den Bewertungen ist die angebliche Bevorzugung älterer Mitglieder. Während organisierte Veranstaltungen grundsätzlich positiv sind, wird bemängelt, dass diese sich fast ausschließlich an die ältere Generation richten, wodurch sich jüngere Bewohner ausgeschlossen fühlen. Eine ehemalige Mieterin geht sogar weiter und behauptet, dass ältere Mitglieder generell Vorrang hätten. Diese Wahrnehmung kann für junge Familien oder Einzelpersonen, die eine aktive und altersgemischte Gemeinschaft suchen, ein entscheidender Nachteil bei der Wohnungssuche sein.

Noch schwerwiegender sind die Vorwürfe bezüglich der Servicequalität und der internen Verwaltung. Ein Mieter beschreibt die Haltung der Genossenschaft bei Problemen als von "Ignoranz und Sturrheit" geprägt und meint, der Slogan "für uns sind Sie König" sei für viele ein Hohn. Freundlichkeit und Service seien nur für "Lieblinge" reserviert. Die gravierendste Anschuldigung betrifft die finanzielle Abwicklung nach Beendigung der Mitgliedschaft. Eine Nutzerin berichtet von einer zweijährigen Wartezeit auf die Auszahlung ihrer Genossenschaftsanteile und dem Gefühl, belogen worden zu sein. Solche Verzögerungen sind nicht nur ärgerlich, sondern können für ausscheidende Mitglieder eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen und werfen ein kritisches Licht auf die Transparenz und Effizienz der Immobilienverwaltung.

Struktur und Erreichbarkeit

Die Struktur der Genossenschaft und ihre Erreichbarkeit sind ebenfalls zu berücksichtigen. Die Sprechzeiten des Büros sind auf Dienstag und Donnerstag beschränkt. Für Berufstätige kann es schwierig sein, persönliche Anliegen während dieser kurzen Zeitfenster zu klären. Auch wenn Termine nach individueller Vereinbarung möglich sind, spiegelt dies eine im Vergleich zu größeren Unternehmen weniger flexible Serviceorientierung wider. Die Immobilien selbst sind, wie für die Gegend typisch, sanierte Plattenbauten. Obwohl die Website betont, dass die Wohnungen gut geschnitten, verkehrsgünstig gelegen und modernisiert sind, muss dies dem persönlichen Geschmack entsprechen. Positiv ist, dass die Genossenschaft auf die demografische Entwicklung reagiert und Wohnungen zunehmend barrierearm umbaut, um das lebenslange Wohnen auch im Alter zu ermöglichen. Zudem ist der Eingang rollstuhlgerecht.

Fazit für Wohnungssuchende

Die Berliner Wohnungsgenossenschaft eG Nord Ost 77 stellt für Wohnungssuchende eine Option mit zwei sehr unterschiedlichen Seiten dar. Auf der einen Seite stehen die unbestreitbaren Vorteile des genossenschaftlichen Modells: stabiler und bezahlbarer Wohnraum, Schutz vor dem volatilen Mietmarkt und die Möglichkeit, Teil einer Gemeinschaft zu werden. Für Menschen, die genau das suchen und sich mit dem Wohnungsbestand in Marzahn und Hohenschönhausen identifizieren können, kann die Nord Ost 77 eine ausgezeichnete Wahl sein. Auf der anderen Seite stehen jedoch ernstzunehmende Kritikpunkte, die von einer ungleichen Behandlung der Mitglieder über mangelhaften Service bis hin zu erheblichen administrativen Mängeln bei der Auszahlung von Anteilen reichen. Wer überlegt, hier eine Mietwohnung zu beziehen und Mitglied zu werden, sollte sich dieser potenziellen Schwierigkeiten bewusst sein und im Idealfall versuchen, direkt mit aktuellen Bewohnern ins Gespräch zu kommen, um sich ein eigenes Bild von der gelebten Realität in der Genossenschaft zu machen.

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