Ferienhaus Am Strand, Inh. Dirk Nettling
ZurückBei der Betrachtung von Ferienimmobilien an der deutschen Küste stößt man unweigerlich auf Objekte, deren größtes Kapital ihre Lage ist. Das von Dirk Nettling betriebene "Ferienhaus Am Strand" in Eckernförde ist ein Paradebeispiel für ein solches Mietobjekt. Gelegen am Jungfernstieg 24, verspricht es auf dem Papier alles, was man sich von einem Urlaub an der Ostsee wünscht: unmittelbare Strandnähe, eine sonnige Südausrichtung und fußläufige Erreichbarkeit der historischen Altstadt. Doch die Kluft zwischen dem Potenzial dieses vielversprechenden Immobilienstandorts und der von Gästen erlebten Realität könnte kaum größer sein, wie eine Fülle an Erfahrungsberichten aus den letzten Jahren zeigt.
Ein Standort mit unbestreitbaren Vorteilen
Zunächst muss die herausragende Lage gewürdigt werden. Für jeden, der eine Immobiliensuche für den Urlaub beginnt, ist die Nähe zum Meer oft das entscheidende Kriterium. Hier punktet das Objekt auf ganzer Linie. Gäste bestätigen einstimmig, dass die Lage perfekt ist. Der kurze Weg zum Strand, zum Hafen und zu den Geschäften ist ein unschätzbarer Vorteil. Die Beschreibung auf verschiedenen Portalen hebt eine Dachterrasse mit Blick auf die Ostsee, einen Garten und einen Grillplatz hervor – alles Merkmale, die eine exzellente Kapitalanlage in Immobilien für die Ferienvermietung auszeichnen würden. Ehemalige Besucher erwähnen, dass das Haus selbst über eine gute Grundsubstanz und viel Platz verfügt, was sein ungenutztes Potenzial unterstreicht.
Schwerwiegende Mängel in Sauberkeit und Instandhaltung
Trotz der exzellenten Lage zeichnen die detaillierten Schilderungen von Mietern ein alarmierendes Bild des inneren Zustands. Die am häufigsten und vehementesten geäußerte Kritik betrifft die mangelnde Sauberkeit und Hygiene. Die Berichte sind dabei erschreckend konsistent und reichen von allgemeinem Schmutz und Staub in allen Ecken bis hin zu gravierenden hygienischen Missständen.
Gesundheitsgefährdende Zustände
Mehrere Gäste sprechen explizit von starkem Schimmelbefall, insbesondere in den Wohn- und Sanitärräumen, und bezeichnen das Haus als "absolute Schimmelbude" und "gesundheitsgefährdend". Im Badezimmer seien Kalk, Schmutz und Haare früherer Bewohner vorgefunden worden, was einige Gäste dazu veranlasste, bei Ankunft selbst Reinigungsmittel zu kaufen und zu putzen. Ein Gast berichtet sogar von Mäusekot in einem Babybett und einer Biotonne voller Maden direkt an der Terrasse. Diese Schilderungen werfen ein sehr schlechtes Licht auf die zuständige Hausverwaltung und die Qualitätskontrolle vor der Ankunft neuer Mieter.
Ein Objekt im Verfall
Über die Sauberkeit hinaus wird der allgemeine Zustand der Immobilie als stark vernachlässigt und "abgerockt" beschrieben. Die Liste der gemeldeten Defekte ist lang und umfasst praktisch alle Bereiche des Hauses:
- Jalousien: Sämtliche Innen- und Außenjalousien werden als defekt, notdürftig befestigt oder mit gerissenen Seilzügen beschrieben.
- Heizung: Es wird von nicht funktionierenden oder gänzlich fehlenden Heizkörpern berichtet, was zu kalten Zimmertemperaturen führt.
- Ausstattung: Die Küchenausstattung sei unzureichend und werde auch bei längeren Aufenthalten nicht aufgefüllt. Der Geschirrspüler wird als verdreckt und defekt beschrieben.
- Außenbereich: Gartenmöbel seien kaputt und gefährlich in der Benutzung. Sowohl der Strandkorb als auch die Markise werden als verschimmelt und unbenutzbar geschildert.
Ein besonders aufschlussreicher Bericht stammt von einem Stammgast, der die fortschreitende Verschlechterung des Zustands über mehrere Jahre hinweg beobachten konnte. War der erste Besuch noch erfreulich, zeigten sich beim zweiten bereits Mängel, die beim letzten Aufenthalt in einem "enttäuschenden" Zustand gipfelten. Dies deutet auf ein systematisches Problem in der Instandhaltung und Pflege hin, das weit über eine einmalige Nachlässigkeit hinausgeht.
Management und Service in der Kritik
Die Verantwortung für den Zustand einer Ferienimmobilie liegt letztendlich beim Eigentümer und Verwalter. Auch hier ist die Kritik eindeutig. Gäste schildern einen unprofessionellen Umgang. Ein besonders schwerwiegender Vorwurf beschreibt den Inhaber, Dirk Nettling, bei der Schlüsselübergabe als stark alkoholisiert und unseriös. Die Servicequalität wird ebenfalls bemängelt: Eine Familie berichtet, dass bei ihrer Ankunft weder die Betten für die Kinder vorbereitet waren noch Handtücher zur Verfügung standen. Diese mussten mehrfach angefragt und wurden erst spät in der Nacht geliefert. Dass der Vermieter in einem anderen Fall die Endreinigungsgebühr kommentarlos erstattete, wird von den Gästen als stillschweigendes Eingeständnis der mangelhaften Reinigung gewertet.
Fazit für potenzielle Mieter
Das "Ferienhaus Am Strand" ist ein Objekt der Extreme. Auf der einen Seite steht ein erstklassiger Immobilienstandort, eine begehrte Strandimmobilie, die ideale Voraussetzungen für einen perfekten Urlaub bietet. Auf der anderen Seite steht eine überwältigende Anzahl an Berichten über katastrophale hygienische Bedingungen, einen fortschreitenden Verfall der Bausubstanz und ein unprofessionelles Management. Die online verfügbaren Fotos scheinen einen Zustand zu vermitteln, der mit der Realität vieler Gäste nicht mehr übereinstimmt. Für Interessenten, die dieses Ferienhaus in Erwägung ziehen, ist höchste Vorsicht geboten. Die Entscheidung für eine Buchung ist ein Glücksspiel, bei dem man die traumhafte Lage gegen das erhebliche Risiko abwägen muss, in einer vernachlässigten und potenziell gesundheitsgefährdenden Unterkunft zu landen. Eine gründliche Immobilienbewertung aus Mietersicht fällt hier trotz der Lage äußerst negativ aus.