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GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen

GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen

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Westerbachstraße 33, 60489 Frankfurt am Main, Deutschland
Immobilienbüro
8.8 (652 Bewertungen)

Die GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen, mit Sitz in der Westerbachstraße 33 in Frankfurt am Main, ist einer der größten Akteure auf dem hessischen Immobilienmarkt. Als Tochtergesellschaft der Helaba (Hessische Landesbank) verwaltet das seit 1924 bestehende Unternehmen rund 50.000 Wohnungen und prägt damit maßgeblich den Wohnungsmarkt in der Region. Für potenzielle Mieter stellt sich jedoch die Frage, was sie von einem derart etablierten Unternehmen erwarten können. Die Erfahrungen von aktuellen und ehemaligen Mietern zeichnen ein stark polarisiertes Bild, das von exzellentem Service bis hin zu tiefgreifender Frustration reicht.

Positive Aspekte: Effizienz und engagierte Betreuung vor Ort

Auf der einen Seite berichten zahlreiche Mieter von positiven und unkomplizierten Erfahrungen, insbesondere während des Anmietungsprozesses. Ein wiederkehrendes Lob gilt dem modernen und digitalisierten Ablauf. Von der Wohnungsbewerbung über die Kommunikation bis hin zum Abschluss des Mietvertrags wird der Prozess als professionell und effizient beschrieben. Dies erspart Interessenten persönliche Termine in der Geschäftsstelle und beschleunigt den Weg in die neue Mietwohnung. Ein Mieter, der seit 2012 bei der GWH wohnt, hebt hervor, dass alle Schritte unkompliziert online abgewickelt wurden und die Kundenbetreuung bei Fragen stets zeitnah und zuverlässig reagiert.

Ein weiterer, entscheidender Pluspunkt scheint die Qualität der Hausmeister vor Ort zu sein. In den positiven Bewertungen wird das Engagement und die Erreichbarkeit der Hausmeister als herausragend beschrieben. Sie werden als kompetente Ansprechpartner wahrgenommen, die sich engagiert um die Belange der Bewohner und die Pflege der Wohnanlagen kümmern. Dieser persönliche Service vor Ort ist ein wertvolles Gut in der oft anonymen Welt großer Wohnungsgesellschaften und trägt maßgeblich zur Zufriedenheit der Mieter bei. Die Erfahrung, dass der gesamte Ablauf von der Besichtigung bis zur Schlüsselübergabe reibungslos verläuft und alle Beteiligten – vom Vormieter bis zum Kundenservice – freundlich und kompetent auftreten, rundet das positive Bild ab.

Die Kehrseite: Kommunikationsabbruch und Profitstreben

Demgegenüber stehen schwerwiegende Vorwürfe, die ein völlig anderes Bild der GWH als Immobilienverwaltung zeichnen. Ein zentraler und wiederholt genannter Kritikpunkt ist der Zusammenbruch der Kommunikation, sobald ernsthafte Probleme auftreten. Mieter berichten von wochen- und monatelangem Schweigen auf E-Mails und Anrufe. Ein besonders drastischer Fall schildert einen dreiwöchigen Ausfall der Warmwasserversorgung. Nachdem der Mieter eine Mietminderung ankündigte, erhielt er über einen Monat lang keine Antwort, stattdessen aber Mahnungen wegen der gekürzten Miete. Ein anderer Mieter, der aus schwerwiegenden familiären Gründen einen Nachmieter stellen musste, wurde nach der Zusage wochenlang ignoriert, während der Nachmieter vergeblich auf den Vertrag wartete. Statt einer Lösung erhielt der Noch-Mieter eine Mieterhöhung. Solche Erfahrungen hinterlassen bei den Betroffenen ein Gefühl der Ohnmacht und des Im-Stich-gelassen-Werdens.

Diese Kommunikationsprobleme scheinen insbesondere bei der Mängelbehebung aufzutreten. Berichte über Wasserschäden, die über Monate nicht behoben werden, oder eine fast 96-jährige Dame, die im Winter wochenlang ohne Warmwasser auskommen musste, deuten auf systemische Schwächen in der Instandhaltung hin. Solche Zustände sind nicht nur eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität, sondern auch ein klarer Verstoß gegen die Pflichten eines Vermieters.

Fokus auf Rendite statt auf bezahlbaren Wohnraum?

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist die Geschäftspolitik, die von einigen Mietern als stark profitorientiert wahrgenommen wird. Die Ankündigung einer Mieterhöhung von 15 % in einer Neubauwohnung nach nur einem Jahr Mietdauer sorgt für Unverständnis und den Vorwurf, es ginge der GWH nicht um die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Dieser Eindruck wird durch Berichte über sehr strenge und kleinliche Hausordnungen, wie das Verbot von Blumenkästen, verstärkt. Kritisiert wird auch der Widerspruch, einerseits familienfreundliche Quartiere mit Spielplätzen zu bewerben, andererseits aber zu erwarten, dass Kinder dort möglichst leise spielen, um andere Mieter nicht zu stören.

Die Kritik an der Preispolitik ist nicht neu. In der Vergangenheit gab es bereits Proteste und sogar Gerichtsverfahren wegen Mieterhöhungen. Ein bekanntes Beispiel ist das sogenannte „Badewannen-Urteil“, bei dem das Amtsgericht Frankfurt einer Klage der GWH auf Zustimmung zur Mieterhöhung nicht stattgab, da das Bad nicht den Kriterien für eine höhere Einstufung entsprach. Auch politische Akteure haben die Geschäftspraxis der GWH kritisiert und angesichts ihrer Stellung als Tochter der Landesbank eine größere soziale Verantwortung eingefordert.

Einordnung der GWH im Immobilienmarkt

Die GWH ist unbestreitbar eine treibende Kraft im Bereich Bienes Raices (Immobilien) in Hessen. Das Unternehmen agiert nicht nur als Verwalter, sondern auch als Bauträger und Projektentwickler, der ganze Quartiere wie im Frankfurter Gallusviertel oder im Lyoner Quartier realisiert. Durch strategische Zukäufe, wie den Erwerb eines Portfolios mit über 460 Wohneinheiten im Rhein-Main-Gebiet, baut das Unternehmen seine Marktmacht kontinuierlich aus. Offiziell verfolgt die Gesellschaft das Ziel, Wohnungen für „breite Schichten der Bevölkerung“ bereitzustellen und dabei auch Wohnungssuchende mit besonderen Schwierigkeiten zu berücksichtigen.

Diese soziale Verantwortung wird jedoch durch die geschilderten Mietererfahrungen in Frage gestellt. Die Diskrepanz zwischen dem öffentlichen Auftrag, der sich aus der Verbindung zur Helaba ableitet, und einer auf Rendite ausgerichteten Geschäftspraxis ist offensichtlich. Während das Land Hessen den Bau von Sozialwohnungen durch die GWH mit Millionenbeträgen fördert, fühlen sich Bestandsmieter mitunter durch hohe Mietanpassungen und mangelnden Service unter Druck gesetzt.

Fazit für potenzielle Mieter

Wer eine Wohnung mieten möchte, trifft bei der GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen auf ein Unternehmen mit zwei Gesichtern. Die Chancen stehen gut, einen reibungslosen, digitalen Anmietungsprozess zu erleben und in einer gepflegten Anlage mit einem engagierten Hausmeister zu landen. In diesem Fall kann die GWH ein ausgezeichneter Vermieter sein.

Allerdings besteht ein nicht zu vernachlässigendes Risiko, dass bei Problemen – seien es Mängel in der Eigentumswohnung oder administrative Anliegen – die Kommunikation abbricht und man sich als Mieter allein gelassen fühlt. Die aggressive Preispolitik bei Mieterhöhungen und die strengen Regeln sind weitere Faktoren, die potenzielle Mieter in ihre Entscheidung einbeziehen sollten. Die Wahl, sich auf einen Mietvertrag mit der GWH einzulassen, ist somit eine Abwägung: Man profitiert von der Größe und Professionalität eines etablierten Unternehmens, muss aber auf mögliche gravierende Schwächen im Kundenservice und in der Instandhaltung vorbereitet sein.

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