Immobilien Service Freeler GmbH
ZurückDie Immobilien Service Freeler GmbH in der Walddörferstraße 126 in Hamburg Wandsbek präsentiert sich als Dienstleister für die Wohnungssuche. Anders als ein klassischer Immobilienmakler, der nach erfolgreicher Vermittlung eine Provision erhält, basiert das Geschäftsmodell von Freeler auf einer Mitgliedschaft. Potenzielle Mieter zahlen eine einmalige Servicegebühr, um Zugang zu einem Portfolio an Wohnungsangeboten und weiteren Dienstleistungen zu erhalten. Dieser Ansatz verspricht ein courtagefreies Wohnen, sorgt jedoch in der Praxis für stark polarisierende Kundenerfahrungen.
Das Serviceversprechen von Freeler
Laut eigener Darstellung bietet die Freeler GmbH Wohnungssuchenden ein umfassendes Servicepaket. Gegen eine Gebühr, die in Erfahrungsberichten oft mit 78 Euro beziffert wird, erhalten Kunden Zugang zu einem Immobilienportal, das angeblich Angebote von diversen großen Plattformen bündelt und alle 30 Minuten aktualisiert. Das Unternehmen wirbt zudem mit exklusiven "Nachmietergesucht"-Angeboten, die sonst nirgends zu finden seien. Ein weiterer Bestandteil des Pakets ist die Unterstützung bei der Erstellung einer Bonitätsprüfung, konkret einer SCHUFA-Auskunft. Des Weiteren wird eine individuelle Beratung zur Optimierung der Bewerbungsunterlagen und zur allgemeinen Wohnungssuche angeboten. Ein zentrales Element des Modells ist die Möglichkeit, die gezahlte Gebühr zurückzuerhalten. Dies geschieht, wenn der Kunde über Freeler Verträge mit Partnern aus den Bereichen Energie (Strom, Gas) oder Telekommunikation abschließt. Dieses Angebot gilt laut Unternehmen auch dann, wenn die Mietwohnung letztendlich nicht über ihre Plattform gefunden wird.
Positive Kundenerfahrungen
Obwohl sie in der Minderheit sind, gibt es positive Rückmeldungen. Eine kürzlich veröffentlichte Rezension hebt beispielsweise die Freundlichkeit und Kompetenz einer Mitarbeiterin hervor. Die Kundin fühlte sich gut beraten, erhielt eine ausführliche Vorstellung einer Wohnung und eine verständliche Erklärung des gesamten Anmietungsprozesses. Solche Erfahrungen deuten darauf hin, dass es durchaus Interaktionen gibt, in denen sich Kunden gut aufgehoben und professionell betreut fühlen. Diese positiven Stimmen sprechen von einem willkommenen Gefühl und einer gelungenen Beratung.
Ein Geschäftsmodell in der Kritik
Die überwiegende Mehrheit der öffentlich zugänglichen Kundenrezensionen und Erfahrungsberichte zeichnet jedoch ein deutlich negatives Bild und beschreibt ein wiederkehrendes Muster, das viele als irreführend empfinden. Die Kritik entzündet sich an der Diskrepanz zwischen der Erwartungshaltung der Wohnungssuchenden und der tatsächlich erbrachten Dienstleistung.
Der Erstkontakt: Lockvogelangebote?
Der Prozess beginnt für viele Interessenten mit einer vielversprechenden Wohnungsanzeige auf einem der großen Immobilienportale. Nach der Kontaktaufnahme erfolgt oft eine ungewöhnlich schnelle Rückmeldung von Freeler. Anstatt jedoch, wie erwartet, einen Termin für eine Wohnungsbesichtigung am Objekt zu vereinbaren, werden die Suchenden in die Geschäftsräume in der Walddörferstraße eingeladen. Viele berichten, dass dieser Umstand bereits für erste Verwirrung sorgt, da sie davon ausgehen, mit einem traditionellen Immobilienmakler zu sprechen, der eine konkrete Mietwohnung vertritt.
Das Gespräch im Büro: Verkauf statt Vermittlung
Im Büro der Freeler GmbH stellt sich laut zahlreichen Berichten heraus, dass die ursprünglich inserierte Wohnung oft nicht mehr verfügbar oder gar nicht existent ist. Statt einer Wohnungsbesichtigung findet ein Verkaufsgespräch statt, in dem den Kunden die bereits beschriebene Mitgliedschaft und das Servicepaket angeboten werden. Hier fühlen sich viele getäuscht, da sie unter dem Vorwand einer konkreten Wohnungsvermittlung ins Büro gelockt wurden, um ihnen dann eine kostenpflichtige Dienstleistung zu verkaufen. Dieser Mangel an Transparenz ist ein zentraler Kritikpunkt.
Die Gegenleistung: Mangelhafter Service aus Kundensicht
Die Kritikpunkte an den Leistungen, die Kunden für ihre Gebühr erhalten, sind vielfältig:
- Die SCHUFA-Auskunft: Es wird berichtet, dass die bereitgestellte Bonitätsprüfung nicht der offizielle Bonitätscheck ist, den die meisten Vermieter fordern, sondern lediglich die kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO. Diese hat für die Bewerbung um eine Mietwohnung oft nur einen geringen oder gar keinen Wert.
- Das Immobilienportal: Die exklusive Plattform wird von Nutzern als mangelhaft beschrieben. Die dort gelisteten Angebote seien oft veraltet, bereits vergeben oder einfach nur eine weniger gut sortierte Zusammenstellung von Inseraten anderer, frei zugänglicher Portale. Der versprochene Mehrwert durch exklusive Angebote wird stark in Zweifel gezogen.
- Die Vertragsvermittlung: Das Angebot, die Gebühr durch den Abschluss von Strom- oder DSL-Verträgen zu refinanzieren, wird von einigen als Versuch gesehen, zusätzliche Provisionen zu generieren, was vom eigentlichen Ziel der Wohnungssuche ablenkt.
Fazit für potenzielle Kunden
Die Immobilien Service Freeler GmbH agiert nicht als klassischer Immobilienmakler, sondern als Anbieter einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft für Wohnungssuchende. Während das Geschäftsmodell an sich legitim ist, steht die Art der Kundenakquise und die Transparenz des Angebots massiv in der Kritik. Die Diskrepanz zwischen der Erwartungshaltung (Vermittlung einer spezifischen Immobilie) und der Realität (Verkauf einer Mitgliedschaft) führt zu weit verbreiteter Unzufriedenheit und dem Gefühl, getäuscht worden zu sein.
Potenzielle Kunden, die mit der Freeler GmbH in Kontakt treten, sollten sich dieser Besonderheiten bewusst sein. Es ist ratsam, vor einem Termin im Büro oder vor jeglicher Zahlung kritische Fragen zu stellen: Geht es um die Besichtigung einer konkreten, verfügbaren Mietwohnung? Welche spezifischen Leistungen beinhaltet die Servicegebühr genau? Handelt es sich bei der SCHUFA-Auskunft um den offiziellen Bonitätsnachweis? Wer sich für eine Zusammenarbeit entscheidet, sollte verstehen, dass er eine Dienstleistung zur Unterstützung der Wohnungssuche kauft und nicht die konkrete Vermittlung einer Immobilie, wie es bei einer üblichen Maklerprovision der Fall wäre, die erst bei Unterzeichnung eines Mietvertrag fällig wird. Die große Anzahl negativer Bewertungen legt nahe, dass bei diesem Anbieter besondere Vorsicht geboten ist.