LEG Wohnen NRW GmbH
ZurückDie LEG Wohnen NRW GmbH ist einer der größten Akteure auf dem Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen und verwaltet auch in Soest am Meister-Eckhart-Weg 17 einen bedeutenden Bestand an Mietobjekten. Als börsennotiertes Unternehmen mit rund 167.000 Mietwohnungen in Deutschland bietet die LEG potenziellen Mietern eine breite Auswahl an Wohnraum. Für Wohnungssuchende kann diese Größe ein entscheidender Vorteil sein, da die Wahrscheinlichkeit, eine passende Wohnung zu finden, rein statistisch höher ist. Die Immobiliensuche wird durch ein zentrales Online-Portal erleichtert, auf dem das umfangreiche Portfolio des Unternehmens zugänglich ist. Dennoch zeichnen die verfügbaren Informationen und Mietererfahrungen ein sehr gemischtes, überwiegend kritisches Bild des Unternehmens, das für jeden potenziellen Kunden relevant ist.
Erreichbarkeit und Kundenservice: Eine große Hürde
Ein wiederkehrender und zentraler Kritikpunkt ist die mangelhafte Erreichbarkeit der Hausverwaltung. Die offiziellen Öffnungszeiten des Büros in Soest sind extrem eingeschränkt – von Montag bis Donnerstag nur für zwei Stunden am Vormittag von 10:00 bis 12:00 Uhr. Für berufstätige Mieter oder Interessenten ist es somit fast unmöglich, persönliche Anliegen vor Ort zu klären. Diese eingeschränkte Verfügbarkeit spiegelt sich auch in den Erfahrungen vieler Mieter wider, die von einer generellen Unerreichbarkeit berichten. Mehrere Berichte schildern frustrierende Erlebnisse bei der Kontaktaufnahme. So wird kritisiert, dass es keine direkten Durchwahlen oder E-Mail-Adressen für zuständige Sachbearbeiter gibt, was die Kommunikation bei konkreten Problemen erheblich erschwert. Eine Interessentin berichtet von wiederholten, terminierten Wohnungsbesichtigungen an verschiedenen Standorten, bei denen schlichtweg kein Vertreter der LEG erschienen ist – ein Zeichen mangelnder Organisation und fehlender Wertschätzung gegenüber potenziellen Kunden.
Zustand der Immobilien und Instandhaltung
Während die LEG auf ihrer Webseite mit professioneller Instandhaltung wirbt, stehen die dokumentierten Erfahrungen von Mietern oft im krassen Gegensatz dazu. Ein besonders schwerwiegender und häufig genannter Mangel ist der Umgang mit Schimmelbefall. Eine langjährige Mieterin beschreibt einen jahrelangen Kampf mit Schimmel, der von der LEG wiederholt auf unzureichendes Lüften zurückgeführt wurde, obwohl bauliche Mängel wie undichte Fenster und fehlende Außenisolierung offensichtlich waren. Ähnliche Berichte über gesundheitsgefährdenden Schimmel, auf den nicht oder nur unzureichend reagiert wird, finden sich auch an anderen Standorten.
Darüber hinaus wird der allgemeine Zustand vieler Wohnungen bemängelt. Die Liste der Mängel ist lang und reicht von kaputten Bodenbelägen und Fliesen über herunterkommende Decken nach dem Streichen bis hin zu in Dachrinnen wachsenden Pflanzen und Wassereinbrüchen bei Regen. Solche Schilderungen deuten auf eine vernachlässigte Immobilienverwaltung hin, bei der notwendige Reparaturen und Sanierungen auf die lange Bank geschoben werden. Mieter berichten, monatelang auf die Behebung von Schäden wie einer defekten Klingelanlage warten zu müssen, und selbst wenn Reparaturen durchgeführt werden, seien diese oft nur von kurzer Dauer. Dieses Muster legt nahe, dass nicht nachhaltig in den Erhalt der Bausubstanz investiert wird.
Probleme bei Vertragsende: Die Rückzahlung der Kaution
Ein besonders sensibles Thema für jeden Mieter ist die Abwicklung nach Beendigung des Mietverhältnisses, insbesondere die Rückzahlung der hinterlegten Kaution. Auch hier gibt es alarmierende Berichte. Ein ehemaliger Mieter schildert, wie er drei Monate lang seiner Kaution hinterherlaufen musste. Die Begründung der LEG war angeblich, dass die Bankdaten nicht vorlägen, obwohl diese nachweislich viermal – bei der Schlüsselübergabe, telefonisch, per E-Mail und per Post – übermittelt wurden. Erst die Einschaltung des Mieterbundes brachte Bewegung in die Sache. Dieses Vorgehen ist nicht nur ärgerlich, sondern für Mieter, die auf das Geld für die neue Wohnung angewiesen sind, auch finanziell belastend. Laut Gesetzgeber muss die Kaution nach spätestens sechs Monaten zurückgezahlt werden, wobei ein Teil für ausstehende Nebenkostenabrechnungen einbehalten werden darf. Die geschilderten Erfahrungen deuten jedoch auf systematische Verzögerungen hin, die für Mieter ohne rechtlichen Beistand zu einem großen Problem werden können.
Was potenzielle Mieter beachten sollten
Basierend auf den gesammelten Informationen ergibt sich ein klares Bild von Stärken und Schwächen. Die Stärke der LEG liegt unbestreitbar in ihrem großen Angebot an Mietwohnungen, was die Wohnung mieten Suche erleichtern kann. Die Schwächen sind jedoch gravierend und betreffen fundamentale Aspekte des Mietverhältnisses:
- Kommunikation: Die Erreichbarkeit ist stark eingeschränkt, was die Klärung von Problemen erschwert.
- Instandhaltung: Es gibt zahlreiche Berichte über einen schlechten Zustand der Immobilien und eine langsame oder mangelhafte Bearbeitung von Reparaturanfragen.
- Umgang mit Mietern: In Konfliktfällen, wie bei Schimmelbefall oder der Kautionsrückzahlung, scheint das Unternehmen oft wenig kundenorientiert zu agieren.
Für Interessenten, die einen Mietvertrag mit der LEG Wohnen NRW GmbH in Betracht ziehen, sind daher einige Vorsichtsmaßnahmen ratsam. Es ist essenziell, den Zustand der Wohnung bei der Übergabe akribisch mit einem detaillierten Protokoll und Fotos zu dokumentieren. Jegliche Kommunikation, insbesondere Mängelanzeigen, sollte ausschließlich schriftlich (per E-Mail mit Lesebestätigung oder Einwurfeinschreiben) erfolgen, um Nachweise zu haben. Angesichts der wiederholt geschilderten Probleme, insbesondere bei der Kautionsrückzahlung und der Nebenkostenabrechnung, kann die Mitgliedschaft in einem Mieterschutzverein eine sinnvolle Absicherung sein, um im Streitfall rechtliche Unterstützung zu erhalten. Letztendlich müssen potenzielle Mieter abwägen, ob die Verfügbarkeit einer Wohnung die potenziellen Risiken und den möglichen Ärger im laufenden Mietverhältnis wert ist.