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Siedlungswerk Füssen GmbH

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Gewerbegebiet Kemptener Straße, Kemptener Str. 103 a, 87629 Füssen, Deutschland
Immobilienbüro
7.2 (29 Bewertungen)

Die Siedlungswerk Füssen GmbH, formal eine Wohnungsbau-Genossenschaft, ist seit ihrer Gründung 1948 ein fester Bestandteil des lokalen Immobilien-Marktes. Mit einem Bestand von über 800 Wohnungen, von denen mehr als 500 als genossenschaftliche Mietwohnungen geführt werden, spielt das Unternehmen eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung von Wohnraum in der Region. Als Bauträger und zugleich als Hausverwaltung verfolgt das Siedlungswerk das erklärte Ziel, seinen Mitgliedern modernen und preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Eine Analyse der verfügbaren Informationen und Kundenrückmeldungen zeichnet jedoch ein komplexes Bild, das für potenzielle Mieter sowohl positive Aspekte als auch erhebliche Kritikpunkte offenbart.

Stärken und positive Wahrnehmungen

Ein wiederkehrender positiver Punkt in den Bewertungen ist die menschliche Komponente. Ein Mieter hebt explizit die Freundlichkeit der Mitarbeiter hervor, die mit einem Lächeln einen sehr guten Kundenservice böten. Diese persönliche Wertschätzung ist in der oft anonymen Welt der Immobilienverwaltung ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Die grundsätzliche Dankbarkeit, durch das Siedlungswerk überhaupt eine Wohnung in einem angespannten Markt wie Füssen zu erhalten, wird ebenfalls geäußert. Dies unterstreicht die fundamentale Bedeutung des Unternehmens für die lokale Wohnungssuche.

Die aktive Rolle als Bauträger ist eine weitere Stärke. Das Unternehmen investiert kontinuierlich in Neubauprojekte, um den Bestand an Sozialwohnungen und mietpreisgebundenem Wohnraum zu erweitern. Projekte wie die Errichtung von 20 öffentlich geförderten Wohnungen in der Kagerstraße oder der Bau von familienfreundlichen Sozialwohnungen in der Hohenstaufenstraße belegen dieses Engagement. In Zusammenarbeit mit anderen Akteuren, wie der BSG-Allgäu, wurden auch größere Projekte wie "Wohnen am Dreitannenbichl" mit insgesamt 47 Wohneinheiten realisiert, wovon ein Teil als genossenschaftliche Mietwohnung angeboten wird. Diese Projekte zeigen, dass das Siedlungswerk aktiv versucht, dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum entgegenzuwirken, auch wenn es laut eigenen Angaben mit den hohen Grundstückspreisen in der Region zu kämpfen hat.

Finanziell scheint das Unternehmen solide aufgestellt zu sein. Berichte über die Generalversammlung zeigen, dass das Siedlungswerk beträchtliche Überschüsse erzielt, die wiederum in die Rücklagen fließen und für Instandhaltung sowie zukünftige Investitionen genutzt werden. Die durchschnittliche Kaltmiete wurde in einem Bericht mit 5,70 Euro pro Quadratmeter angegeben, was für den Füssener Markt als sehr günstig beschrieben wird. Zudem investiert die Genossenschaft jährlich hohe sechsstellige Beträge in die Instandhaltung ihrer Objekte, um die Qualität der Wohnungen zu sichern.

Kritikpunkte und negative Erfahrungen

Trotz der positiven Aspekte gibt es eine Reihe von schwerwiegenden Kritikpunkten, die von Mietern und Wohnungssuchenden geäußert werden. Ein zentrales Problem scheint die Kommunikation und Erreichbarkeit zu sein. Eine Erfahrung beschreibt, wie man am Telefon abgewiesen und an einen Online-Registrierungsprozess verwiesen wurde, der jedoch wochenlang zu keinerlei Reaktion führte. Die beschriebene Unfreundlichkeit der Mitarbeiterin am Telefon steht im starken Kontrast zu den oben genannten positiven Erfahrungen und deutet auf eine inkonsistente Servicequalität hin.

Preisgestaltung und Wohnbedingungen

Die Wahrnehmung der Preisgestaltung ist gespalten. Während offizielle Berichte von sehr günstigen Mieten sprechen, beschreibt ein Mieter seine Wohnung als "überhaupt nicht billig". Diese Diskrepanz könnte auf unterschiedliche Standards innerhalb des Wohnungsbestandes oder auf Nebenkosten zurückzuführen sein. Derselbe Mieter bemängelt zudem, dass die Wohnbedingungen "nicht so toll" seien und die Nachbarschaft, bis auf wenige Ausnahmen, eine "Katastrophe" sei. Dies ist ein wichtiger Hinweis für Interessenten, dass nicht nur der Mietvertrag, sondern auch das unmittelbare Wohnumfeld genau geprüft werden sollte.

Umgang mit Bestandsimmobilien und Grünflächen

Ein detaillierter Kritikpunkt betrifft die Hausverwaltung älterer Wohnblöcke. Eine Bewohnerin schildert, wie liebevoll von den Mietern gepflegte Gärten und über Jahre gewachsene Bäume und Sträucher entfernt werden sollen. Diese Grünflächen dienen nicht nur der Ästhetik und dem Heimatgefühl, sondern auch als wichtiger Lebensraum für Vögel und Insekten. Die vom Siedlungswerk angeführte Begründung – die Vermeidung von verstopften Dachrinnen – wird von der Bewohnerin als nicht stichhaltig empfunden, da die Rinnen ohnehin selten gewartet würden. Dieser Konflikt zeigt eine mögliche Entfremdung zwischen den Verwaltungsentscheidungen und den Bedürfnissen und Werten der Mieter, die sich aktiv für ein lebenswertes Umfeld einsetzen.

Schwerwiegender Vorwurf bei der Vergabe von Sozialwohnungen

Die vielleicht gravierendste Kritik betrifft die Vergabepraxis von neu gebauten Sozialwohnungen. Ein ehemaliger Beobachter wirft dem Unternehmen vor, eine strategische Umschichtung vorzunehmen: Statt die neuen, geförderten Wohnungen an dringend wohnungssuchende Personen zu vergeben, würden Bewohner aus älteren Sozialwohnungen des eigenen Bestands dorthin umgesiedelt. Die dadurch freiwerdenden, älteren Wohnungen könnten dann zu einem höheren Preis auf dem freien Markt neu vermietet werden. Sollte dieses Vorgehen zutreffen, würde es den sozialen Auftrag des Unternehmens untergraben und wäre ein Schlag ins Gesicht für all jene, die auf eine bezahlbare Mietwohnung angewiesen sind. Diese Anschuldigung stellt die Integrität des Unternehmens als fairer Immobilienmakler und Verwalter infrage.

Fazit für potenzielle Kunden

Die Siedlungswerk Füssen GmbH präsentiert sich als zweischneidiges Schwert für die Wohnungssuche in Füssen. Auf der einen Seite steht eine etablierte Genossenschaft, die aktiv neuen Wohnraum schafft, finanziell gesund ist und deren Mitarbeiter teilweise durch besondere Freundlichkeit überzeugen. Sie bietet eine reale Chance auf eine der begehrten Wohnungen in der Region, oft zu Konditionen, die unter dem Marktdurchschnitt liegen.

Auf der anderen Seite müssen sich Interessenten auf potenzielle Schwierigkeiten einstellen. Die Kommunikationswege können frustrierend sein, und die Servicequalität scheint stark vom jeweiligen Ansprechpartner abzuhängen. Die Wohn- und Lebensqualität kann je nach Objekt und Nachbarschaft stark variieren, und die Preiswahrnehmung ist nicht einheitlich positiv. Besonders der Vorwurf der strategischen Umschichtung bei der Vergabe von Sozialwohnungen wiegt schwer und sollte bei der Bewertung des Unternehmens berücksichtigt werden. Potenzielle Mieter sollten daher proaktiv kommunizieren, den Zustand der Immobilien und das Umfeld genau prüfen und die Bedingungen im Mietvertrag kritisch hinterfragen. Das Siedlungswerk bleibt ein wichtiger Akteur, aber einer, bei dem man genau hinsehen muss.

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