ZAM SPACES
ZurückZAM SPACES in München-Aubing präsentiert sich als ein groß angelegtes und ambitioniertes Projekt der Immobilienentwicklung. Es soll nicht nur ein Einkaufszentrum sein, sondern ein neues, urbanes Stadtteilzentrum, das Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Dienstleistungen miteinander verbindet. Auf dem Papier und aus der Ferne betrachtet, scheint das Konzept vielversprechend: Moderne Architektur, ein Mix aus bekannten Ankermietern wie TK Maxx, Smyths Toys, Lidl und Rewe sowie eine strategische Lage im wachsenden Stadtteil Freiham. Doch die Erfahrungen von Kunden, die das Zentrum bereits besucht haben, zeichnen ein deutlich differenzierteres und in weiten Teilen problematisches Bild, das für potenzielle gewerbliche Mieter und private Besucher gleichermaßen von Bedeutung ist.
Stärken und Potenzial des Standorts
Unbestreitbar hat das Projekt einige positive Aspekte. Die bloße Realisierung eines Vorhabens dieser Größenordnung ist, wie einige Besucher anmerken, beeindruckend. Die vorhandenen Geschäfte und Gastronomiebetriebe werden in ihrem Zustand als gut beschrieben, was auf eine qualitativ hochwertige Bauausführung der Gewerbeimmobilien schließen lässt. Für Unternehmen, die auf der Suche nach modernen Einzelhandelsflächen sind, bietet ZAM SPACES eine attraktive Hülle mit namhaften Nachbarn, die eine hohe Kundenfrequenz versprechen. Die langen Öffnungszeiten bis 20:00 Uhr, auch am Samstag, sind ein weiterer Pluspunkt im Wettbewerb der Einkaufsstandorte. Der Entwickler, die ROSA-ALSCHER Group, berichtet von einer Vollvermietung der Handels- und Gastroflächen, was auf eine hohe Nachfrage und eine positive Standortanalyse seitens großer Marken hindeutet. Das Projekt umfasst zudem moderne Büroflächen, die von einer hervorragenden Verkehrsanbindung profitieren.
Ein Projekt mit großen Ambitionen
Das ZAM (Zentrum Aubing München) ist als Herzstück des neuen Stadtteils Freiham konzipiert, in dem Wohnraum für bis zu 35.000 Menschen geschaffen wird. Die Vision einer "15-Minuten-Stadt", in der alle wichtigen Besorgungen, Arbeit und Freizeitaktivitäten fußläufig erreichbar sind, ist die Grundlage dieses Renditeobjekts. Die Architektur selbst wird als aufwendig beschrieben, mit Fassaden aus Naturstein und 3D-Glasfaserbetonelementen, was den hohen Anspruch unterstreicht.
Gravierende Mängel im Kundenerlebnis
Trotz der positiven äußeren Merkmale offenbart sich in der Praxis eine Reihe von erheblichen Schwachpunkten, die das Kundenerlebnis massiv beeinträchtigen. Diese Mängel sind so fundamental, dass sie den potenziellen Erfolg der Mieter direkt gefährden könnten und ein schlechtes Licht auf das zuständige Immobilienmanagement werfen.
Das Toiletten-Dilemma: Ein zentrales Ärgernis
Das am häufigsten und vehementesten kritisierte Problem ist die Situation der Kundentoiletten. In zahlreichen Berichten schildern Besucher, insbesondere Familien mit kleinen Kindern, eine frustrierende und unzumutbare Suche. Die Toiletten sind demnach extrem schlecht oder gar nicht ausgeschildert. Ein WC-Hinweisschild führte Berichten zufolge direkt zu einem alarmgesicherten Notausgang. Wer die sanitären Anlagen schließlich findet, entdeckt sie an einem unpraktischen Ort – in der hintersten Ecke der Tiefgarage. Darüber hinaus wird von verschlossenen Türen, mangelnder Sauberkeit und bereits vorhandenen Defekten in einem eigentlich neuen Gebäude berichtet. Für ein Einkaufszentrum dieser Größenordnung, das sich als familienfreundlich positionieren möchte, ist eine einzige, schwer auffindbare und schlecht gewartete Toilettenanlage ein nicht tragbarer Zustand. Dieses Versäumnis in der Planung und im laufenden Betrieb ist mehr als nur eine kleine Unannehmlichkeit; es ist ein Grund für Kunden, das Zentrum aktiv zu meiden.
Operative und konzeptionelle Schwächen
Die Kritik geht jedoch über die sanitären Anlagen hinaus. Besucher berichten von einem als "fragwürdig" und "komisch" empfundenen Gesamtkonzept. Es wird von monatelangen Verzögerungen bei der Eröffnung von Schlüsselgeschäften wie TK Maxx berichtet, während andere Läden wie Deichmann bereits kurz nach der Eröffnung wieder wegen Umbaus schlossen. Solche Vorkommnisse deuten auf organisatorische Probleme hin und lassen Zweifel an der Professionalität der Projektsteuerung aufkommen. Für einen Makler, der Flächen vermitteln soll, sind solche operativen Unsicherheiten ein schwerwiegendes Verkaufsargument.
Mangel an grundlegender Infrastruktur und Atmosphäre
In der heutigen Zeit sind ein funktionierender Mobilfunkempfang und freies Kunden-WLAN in öffentlichen Gebäuden eine Selbstverständlichkeit. Bei ZAM SPACES fehlt beides, wie Kunden bemängeln. In keinem der Geschäfte sei ein Handyempfang möglich, was nicht nur für Kunden unpraktisch ist, sondern auch moderne Zahlungsmethoden oder die Nutzung von Shopping-Apps unmöglich macht. Die Atmosphäre im Inneren wird zudem als "steril", "kalt" und wenig einladend beschrieben. Ein angenehmes Einkaufserlebnis entsteht so nicht. Weitere praktische Hürden sind die schlecht erkennbaren Einfahrten in die als überteuert empfundene Tiefgarage und eine zurückhaltende Praxis bei der Ausgabe von Parkgutscheinen, die nur auf explizite Nachfrage erhältlich sind.
Fazit für Kunden und potenzielle Mieter
Für Besucher stellt sich ZAM SPACES derzeit als ein Ort mit zwei Gesichtern dar. Einerseits lockt ein gutes Angebot an Geschäften in einem modernen Gebäude. Andererseits müssen sich Kunden auf erhebliche praktische Probleme und einen Mangel an grundlegendem Komfort einstellen. Die wiederholten, gravierenden Beschwerden über die Toilettensituation allein sind ein starkes Argument, einen Bogen um das Zentrum zu machen.
Für potenzielle gewerbliche Mieter ist die Lage komplexer. Die erfolgreiche Vermietung an große Marken zeigt das Potenzial des Standorts. Ein Mietvertrag hier sichert eine Adresse in einem aufstrebenden Stadtteil. Allerdings sollten die negativen Kundenbewertungen als ernstes Warnsignal verstanden werden. Eine schlechte Kundenerfahrung, verursacht durch mangelhaftes Immobilienmanagement, kann sich direkt auf die Besucherzahlen und damit auf den Umsatz auswirken. Bevor eine Entscheidung getroffen wird, die eine langfristige finanzielle Verpflichtung darstellt, ist eine gründliche Immobilienbewertung ratsam, die nicht nur die harten Fakten, sondern auch die weichen Faktoren der Kundenzufriedenheit berücksichtigt. Die Betreiber von ZAM SPACES sind dringend gefordert, die grundlegenden Mängel zu beheben, um den langfristigen Erfolg des ambitionierten Projekts nicht zu gefährden.