Zimmer-Vermietung-München
ZurückBei der Wohnungssuche in einem angespannten Markt wie München stoßen Suchende oft auf Angebote, die auf den ersten Blick zweckmäßig erscheinen. Die Zimmer-Vermietung-München in der Lerchenauer Straße 22 im Stadtteil Schwabing-West ist ein solcher Anbieter, der sich laut eigener Website auf bezugsfertige, möblierte Apartments spezialisiert hat. Eine detaillierte Analyse der verfügbaren Informationen und Kundenrezensionen zeichnet jedoch ein sehr differenziertes Bild, das potenzielle Mieter sorgfältig abwägen sollten, bevor sie einen Mietvertrag unterzeichnen.
Das Angebot: Möblierte Zimmer in strategischer Lage
Der einzige durchweg positiv bewertete Aspekt der Zimmer-Vermietung-München ist ihre Lage. Schwabing-West ist ein etablierter und gut angebundener Stadtteil. Die Nähe zu wichtigen Verkehrsknotenpunkten, dem Olympiapark und diversen Einkaufsmöglichkeiten macht die Adresse Lerchenauer Straße 22 für viele attraktiv. Wer neu in der Stadt ist oder eine temporäre Unterkunft für Arbeit oder Studium sucht, könnte die gute Erreichbarkeit als entscheidenden Vorteil ansehen. Auf der Website des Unternehmens wird mit „reichhaltiger Ausstattung“, „Kochgelegenheit“ und dem Vorhandensein von „vielen Haushaltsutensilien und Unterhaltungselektronik“ geworben. Ein Beispiel-Apartment mit 19 m² wird als vollständig möbliert beschrieben, inklusive Einzelbett, Schlafsofa, Esstisch und Fernseher. Dieses Angebot zielt klar auf Personen ab, die eine unkomplizierte und schnelle Lösung für ihre Immobiliensuche benötigen.
Kritikpunkt 1: Zustand und Preis-Leistungs-Verhältnis der Immobilien
Trotz der vielversprechenden Lage und der beworbenen Ausstattung häufen sich die negativen Erfahrungsberichte erheblich. Ein zentraler und wiederkehrender Kritikpunkt ist der Zustand der vermieteten Einheiten. Ehemalige Mieter beschreiben die Zimmer übereinstimmend als „winzig“, „renovierungsbedürftig“ und „alt“, wobei berichtet wird, dass „alles auseinanderfällt“. Diese Schilderungen stehen im starken Kontrast zu dem Eindruck, den die Website zu vermitteln versucht. Wenn die grundlegende Bausubstanz und die Einrichtung Mängel aufweisen, verliert auch eine gute Ausstattung an Wert.
Hinzu kommt die Lärmbelästigung. Die Lage an einer befahrenen Straße wird als sehr laut empfunden, was die Wohnqualität erheblich mindern kann. Besonders problematisch wird dies in Verbindung mit den als hoch empfundenen Mietpreisen. Zwar sind die Kosten für Immobilien in München generell hoch, doch erwarten Mieter für ihr Geld einen gewissen Standard. Die Kombination aus kleinen, lauten und sanierungsbedürftigen Zimmern zu einem hohen Preis führt bei vielen ehemaligen Mietern zu dem Fazit, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt. Ein solches Ungleichgewicht ist ein wesentlicher Faktor bei der Bewertung von Mietobjekten.
Kritikpunkt 2: Das Management und der Umgang mit Mietern
Noch gravierender als die Kritik am Zustand der Zimmer sind die schweren Vorwürfe gegen die Vermieterin und die allgemeine Immobilienverwaltung. Mehrere Rezensionen schildern eine als „schrecklich“ und „albtraumhaft“ empfundene Erfahrung. Es wird von einem kontrollierenden Verhalten berichtet, bei dem die Vermieterin Besucher und Freunde der Mieter regelrecht verhört und die Meldung jedes Gastes verlangt. Eine Rezensentin gibt an, mit einer Geldstrafe belegt und mit der sofortigen Kündigung bedroht worden zu sein, weil sie ihre Wohnung für wenige Tage an einen Freund überlassen hatte.
Solche Praktiken sind nicht nur unangenehm, sondern stehen auch im Widerspruch zum deutschen Mietrecht. Mieter haben grundsätzlich das Recht, Besuch zu empfangen, solange dieser nicht dauerhaft einzieht und zu einer Überbelegung führt. Ein generelles Melde- oder Genehmigungserfordernis für kurzzeitige Besucher ist rechtlich nicht haltbar. Das Recht, Besuch zu empfangen, gehört zum Kern des Nutzungsrechts an einer Wohnung. Ein Vermieter darf dieses Recht nicht willkürlich einschränken. Die Androhung von Strafen oder einer Kündigung in einem solchen Kontext wirft ein sehr negatives Licht auf die Professionalität und die Geschäftspraktiken der Hausverwaltung.
Kritikpunkt 3: Der wiederkehrende Konflikt um die Mietkaution
Der wohl schwerwiegendste und am häufigsten genannte Vorwurf betrifft die Handhabung der Kaution. Fast jede negative Bewertung erwähnt, dass die Vermieter alles versuchen, um die hinterlegte Sicherheitsleistung nicht oder nur teilweise zurückzuzahlen. Kommentare wie „Kaution nicht zurückerhalten“ oder „Dieser gierige Vermieter wird alles tun, um Ihre Kaution einzubehalten“ sind alarmierend. Die Mietkaution ist im deutschen Recht klar geregelt (§ 551 BGB) und dient dem Vermieter als Sicherheit für berechtigte Forderungen, etwa bei Schäden oder ausstehenden Nebenkostenabrechnungen. Sie ist kein zusätzliches Einkommen für den Vermieter.
Ein Vermieter ist verpflichtet, die Kaution getrennt von seinem eigenen Vermögen anzulegen und nach Beendigung des Mietverhältnisses innerhalb einer angemessenen Frist (in der Regel bis zu sechs Monate) abzurechnen und zurückzuzahlen, sofern keine offenen Forderungen bestehen. Die systematische Einbehaltung, wie sie von mehreren ehemaligen Mietern beschrieben wird, deutet auf ein problematisches Geschäftsgebaren hin und stellt für jeden potenziellen Mieter ein erhebliches finanzielles Risiko dar. Wer in einer verzweifelten Lage eine Wohnung mieten muss, sollte sich dieses Risikos bewusst sein.
Fazit und Empfehlungen für Interessenten
Die Zimmer-Vermietung-München in der Lerchenauer Straße 22 bietet eine auf den ersten Blick attraktive Lösung für die schwierige Wohnungssuche in München: eine gute Lage und möblierte Zimmer. Die überwältigende Mehrheit der verfügbaren Erfahrungsberichte zeichnet jedoch ein düsteres Bild, das von renovierungsbedürftigen und überteuerten Zimmern, einem als extrem schwierig beschriebenen Umgang mit der Vermieterin und vor allem von massiven Problemen bei der Rückzahlung der Kaution geprägt ist.
Potenzielle Mieter sollten daher höchste Vorsicht walten lassen. Es ist ratsam, die folgenden Schritte zu unternehmen:
- Wohnungsbesichtigung: Bestehen Sie auf eine gründliche persönliche Besichtigung. Dokumentieren Sie den Zustand des Zimmers und der Einrichtung mit detaillierten Fotos und Videos, bevor Sie den Mietvertrag unterzeichnen. Halten Sie alle vorhandenen Mängel schriftlich in einem Übergabeprotokoll fest.
- Vertragsprüfung: Lesen Sie den Mietvertrag äußerst sorgfältig durch. Achten Sie besonders auf Klauseln bezüglich Besuch, Untervermietung und der Handhabung der Kaution. Im Zweifel sollte der Vertrag von einem Fachanwalt für Mietrecht oder einem Mieterverein geprüft werden.
- Kommunikation: Führen Sie jegliche wichtige Kommunikation mit der Verwaltung schriftlich (per E-Mail oder Brief), um im Streitfall Nachweise zu haben.
- Kaution: Klären Sie im Voraus, wie die Kaution angelegt wird. Eine gängige und sichere Methode ist ein Mietkautionskonto, das auf den Namen des Mieters läuft und an den Vermieter verpfändet wird. Dies schützt das Geld vor dem unberechtigten Zugriff des Vermieters.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Angebote dieses Vermieters trotz der guten Lage mit erheblichen Risiken verbunden sind. Die schwerwiegenden und konsistenten Vorwürfe ehemaliger Mieter, insbesondere im Hinblick auf die Einbehaltung der Kaution, sind ein deutliches Warnsignal, das bei der Entscheidung für oder gegen dieses Immobilienangebot nicht ignoriert werden sollte.